Ich glabu dem hats die Sprache vervögelt! :)
05 Februar 2010
04 Februar 2010
Der alte Mann und der Schmerz
Und während ich in seine gelbstichigen Augen sah, und sein stinkender Atem mich von ihm wegdrückte, fragte ich mich ob dieser alte Mann vor mir noch die Bedeutung des Wortes "Freude" kennt.
"Sie können hier nicht stehen bleiben!", sagte ich energisch.
Als hätte er es nicht gehört schaute er mich an, holte ein altes zerknittertes Papiertaschentuch aus seiner Manteltasche und schneuzte sich kräftig die Nase.
"Wissen sie", sagte er, "keiner versteht mich. Und wissen sie auch warum? Weil mich keiner verstehen will!"
"Herrgott noch mal! Es geht nicht darum ob sie irgendjemand versteht, es geht darum dass sie hier nicht stehen bleiben können!"
"Immer sagen mir die Leute was ich kann und was nicht, was ich soll, was richtig und was falsch ist. Ich habe es so satt, dass ich sogar mein Hörgerät weggeschmissen habe. Ob sie es glauben oder nicht, aber seit dem habe ich das Gefühl wieder besser hören zu können. Ich höre was die Menschen schlechtes erzählen, höre wie sie sagen ich solle, müsse, würde am besten Dies und Jenes. Ich habe es so satt!"
Langsam fing mich der alte an zu nerven. Ich schaute mich um, ob inzwischen jemand gekommen war, der mir hätte helfen können, doch ausser einer leeren Papiertüte die sich im Wind bewegte war nicht viel Lebendes zu sehen.
Ich packte den Mann am Arm. Sein Gesicht verzog sich augenblicklich zu einer bösen Fratze. "Loslassen!", schrie er. Ich ging wieder einen Schritt zurück.
"Warum.“
"Warum was?", fragte ich nach?
"Sie haben nicht gefragt warum ich das tue."
" Ich dachte mir es liegt vielleicht an den Menschen die Ihnen ständig sagen was sie müssen!"
"Nein, deshalb tut man das nicht!"
Auf einmal realisierte ich etwas. Es schien als würde meine Seele aus dem Körper fahren und ich stand auf einmal 5 Meter weiter weg und sah mich und den alten Mann da stehen. Diese Empfindung war komischermassen Zeitlos. Im Nachhineinbetrachtet kommt es mir viel länger vor, als es wohl in Wirklichkeit war. Andererseits ist in der Zeit nicht viel passiert, also kann es, rein objektiv nicht all zu lange gedauert haben. Quasi wieder zurück in meinem Körper angekommen, spürte ich die eisige Kälte überall an, in und auf meinem Körper. Meine Ohren waren kalt, meine Nasenspitze tat weh, ebenso meine Nieren. Und dann wurde mir klar wie satt ich die ganze Scheisse hatte. "Gut“, sagte ich, "dann bleib ich auch hier stehen. Mal sehen wer von uns zwei sturer ist!"
"Sie sind doch durchgeknallt! Verrückt, zu meiner Zeit hätte man sie in die Irrenanstalt gesteckt!"
Ich verkniff mir die Antwort und schaute dem alten Mann ins Gesicht.
"Sie weinen ja!", sagte er.
"Nein, sie weinen!"
Der Mann fasste sich mit seiner rechten, vom Nikotin Gelb gefärbten ,Hand mit den vielen Altersflecken ins Gesicht. "Endlich!" "
Also ok?"
"Ja, jetzt scheint alles wieder gut zu werden!", sagte er und verliess das Bahngleis noch rechtzeitig bevor der Zug um die Kurve kam.
"Sie können hier nicht stehen bleiben!", sagte ich energisch.
Als hätte er es nicht gehört schaute er mich an, holte ein altes zerknittertes Papiertaschentuch aus seiner Manteltasche und schneuzte sich kräftig die Nase.
"Wissen sie", sagte er, "keiner versteht mich. Und wissen sie auch warum? Weil mich keiner verstehen will!"
"Herrgott noch mal! Es geht nicht darum ob sie irgendjemand versteht, es geht darum dass sie hier nicht stehen bleiben können!"
"Immer sagen mir die Leute was ich kann und was nicht, was ich soll, was richtig und was falsch ist. Ich habe es so satt, dass ich sogar mein Hörgerät weggeschmissen habe. Ob sie es glauben oder nicht, aber seit dem habe ich das Gefühl wieder besser hören zu können. Ich höre was die Menschen schlechtes erzählen, höre wie sie sagen ich solle, müsse, würde am besten Dies und Jenes. Ich habe es so satt!"
Langsam fing mich der alte an zu nerven. Ich schaute mich um, ob inzwischen jemand gekommen war, der mir hätte helfen können, doch ausser einer leeren Papiertüte die sich im Wind bewegte war nicht viel Lebendes zu sehen.
Ich packte den Mann am Arm. Sein Gesicht verzog sich augenblicklich zu einer bösen Fratze. "Loslassen!", schrie er. Ich ging wieder einen Schritt zurück.
"Warum.“
"Warum was?", fragte ich nach?
"Sie haben nicht gefragt warum ich das tue."
" Ich dachte mir es liegt vielleicht an den Menschen die Ihnen ständig sagen was sie müssen!"
"Nein, deshalb tut man das nicht!"
Auf einmal realisierte ich etwas. Es schien als würde meine Seele aus dem Körper fahren und ich stand auf einmal 5 Meter weiter weg und sah mich und den alten Mann da stehen. Diese Empfindung war komischermassen Zeitlos. Im Nachhineinbetrachtet kommt es mir viel länger vor, als es wohl in Wirklichkeit war. Andererseits ist in der Zeit nicht viel passiert, also kann es, rein objektiv nicht all zu lange gedauert haben. Quasi wieder zurück in meinem Körper angekommen, spürte ich die eisige Kälte überall an, in und auf meinem Körper. Meine Ohren waren kalt, meine Nasenspitze tat weh, ebenso meine Nieren. Und dann wurde mir klar wie satt ich die ganze Scheisse hatte. "Gut“, sagte ich, "dann bleib ich auch hier stehen. Mal sehen wer von uns zwei sturer ist!"
"Sie sind doch durchgeknallt! Verrückt, zu meiner Zeit hätte man sie in die Irrenanstalt gesteckt!"
Ich verkniff mir die Antwort und schaute dem alten Mann ins Gesicht.
"Sie weinen ja!", sagte er.
"Nein, sie weinen!"
Der Mann fasste sich mit seiner rechten, vom Nikotin Gelb gefärbten ,Hand mit den vielen Altersflecken ins Gesicht. "Endlich!" "
Also ok?"
"Ja, jetzt scheint alles wieder gut zu werden!", sagte er und verliess das Bahngleis noch rechtzeitig bevor der Zug um die Kurve kam.
07 Januar 2010
Fragen über Fragen
- Auf welcher Deponie wird Datenmüll entsorgt?
- Gibt es Windeln für Klugscheißer?
- Bei welchem Juwelier kaufen Kettenraucher ein?
- Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
- Warum haben 24-Stunden- Tankstellen eigentlich Schlösser an den Türen?
- Brauche ich eigentlich ein gültiges Bahnticket, wenn ich die Flasche in einem Zug leeren will?
- Gibt es in einem Land mit Linksverkehr auch einen Rechtsweg?
- Kann ich meinem Dackel im Winter eine Pudelmütze aufziehen?
- In welchem Bahnhof hält der Lungenzug?
- Habe ich eigentlich einen Tinitus im Auge, wenn ich nur Pfeifen sehe?
- Ist es eigentlich schon Rufschädigung wenn man sagt: ich habe bei Weight Watchers angerufen, und keiner hat abgenommen?
- Kann ein Aussenseiter auch einen Innenbandriss bekommen?
- Kann es Zufall sein, dass im Wort Kaufrausch das Wort Frau schon drinsteckt?
- Mit welchem Waschprogramm wasche ich denn verschwitzte Termine?
- Warum sind Pizza-Schachteln eigentlich eckig?
- Wenn Olivenöl aus Oliven gemacht wird, woraus wird dann Babyöl gemacht?
- Wenn man gerade ins Fettnäpfchen getreten ist, ist dann alles in Butter?
- Woran starb eigentlich das tote Meer?
Von der Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Weg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: 'Wer bist du?' Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. 'Ich? Ich bin die Traurigkeit', flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass Sie kaum zu hören war. 'Ach, die Traurigkeit!' rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen. 'Du kennst mich?' fragte die Traurigkeit misstrauisch. 'Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast Du mich ein Stück des Weges begleitet.''Ja, aber ...', argwöhnte die Traurigkeit, warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?' 'Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst.
Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?' ' Ich ... ich bin traurig', antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme. Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr.'Traurig bist du also', sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. 'Erzähl mir doch, was dich bedrückt.' Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. 'Ach, weißt du', begann sie zögernd und äußerst verwundert, 'es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.' Die Traurigkeit schluckte schwer. 'Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muß sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.
''Oh ja', bestätigte die alte Frau, 'solche Menschen sind mir schon oft begegnet.'Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. 'Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen.
Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lächeln über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicker Panzer aus Bitterkeit zu.' Die Traurigkeit schwieg.
Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. 'Weine nur, Traurigkeit', flüsterte sie liebevoll, 'ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr allein wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.' Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und beobachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: 'Aber ... aber - wer bist eigentlich du?
''Ich?' sagte die kleine alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.'Ich bin die Hoffnung.'
04 Januar 2010
Die Schlangenjungfrau
Um das Jahr 1520 war einer zu Basel im Schweizerlande mit Namen Leonhard, sonst gemeinlich Lienimann genannt, eines Schneiders Sohn, ein alberner und einfältiger Mensch, und dem dazu das Reden, weil er stammerte, übel abging. Dieser war in das Schlaufgewölbe oder den Gang, welcher zu Augst über Basel unter der Erde her sich erstreckt, ein- und darin viel weiter, als jemals einem Menschen möglich gewesen, fortgegangen und hineingekommen und hat von wunderbarlichen Händeln und Geschichten zu reden wissen. Denn er erzählt, und es gibt noch Leute, die es aus seinem Munde gehört haben, er habe ein geweihtes Wachslicht genommen und angezündet und sei mit diesem in die Höhle eingegangen. Da hätte er erstlich durch eine eiserne Pforte und darnach aus einem Gewölbe in das andere, endlich auch durch etliche gar schöne und lustige grüne Gärten gehen müssen. In der Mitte aber stünde ein herrlich und wohlgebautes Schloß oder Fürstenhaus, darin wäre eine gar schöne Jungfrau mit menschlichem Leibe bis zum Nabel, die trüge auf ihrem Haupt eine Krone von Gold, und ihre Haare hätte sie zu Felde geschlagen; unten vom Nabel an wäre sie aber eine greuliche Schlange. Von derselben Jungfrau wäre er bei der Hand zu einem eisernen Kasten geführt worden, auf welchem zwei schwarze bellende Hunde gelegen, also daß sich niemand dem Kasten nähern dürfen, sie aber hätte ihm die Hunde gestillt und im Zaum gehalten und er ohne alle Hinderung hinzugehen können. Darnach hätte sie einen Bund Schlüssel, den sie am Hals getragen, abgenommen, den Kasten aufgeschlossen, silberne und andere Münzen herausgeholt. Davon ihm dann die Jungfrau nicht wenig aus sonderlicher Mildigkeit geschenkt, welche er mit sich aus der Schluft gebracht; wie er denn auch selbige vorgezeigt und sehen lassen. Auch habe die Jungfrau zu ihm gesprochen, sie sei von königlichem Stamme und Geschlecht geboren, aber also in ein Ungeheuer verwünscht und verflucht und könne durch nichts erlöst werden, als wenn sie von einem Jüngling, dessen Keuschheit rein und unverletzt wäre, dreimal geküßt werde; dann würde sie ihre vorige Gestalt wiedererlangen. Ihrem Erlöser wolle sie dafür den ganzen Schatz, der an dem Orte verborgen gehalten würde, geben und überantworten. Er erzählte weiter, daß er die Jungfrau bereits zweimal geküßt, da sie denn alle beidemal, vor großer Freude der unverhofften Erlösung, mit so greulichen Gebärden sich erzeigt, daß er sich gefürchtet und nicht anders gemeint, sie würde ihn lebendig zerreißen; daher er zum drittenmal sie zu küssen nicht gewagt, sondern weggegangen wäre. Hernach hat es sich begeben, daß ihn etliche in ein Schandhaus mitgenommen, wo er mit einem leichtsinnigen Weibe gesündigt. Also vom Laster befleckt, hat er nie wieder den Eingang zu der Schlaufhöhle finden können; welches er zum öftern mit Weinen beklagt.
Textquelle: Deutsche Sagen, Brüder Grimm, Nr. 13
Textquelle: Deutsche Sagen, Brüder Grimm, Nr. 13
31 Dezember 2009
22 Dezember 2009
Alltagsgedanken
"Jeder Rappen zählt"...
Sollte es nicht eher heissen jeder Mensch zählt?
Unterbewusste konditionierung?
Sollte es nicht eher heissen jeder Mensch zählt?
Unterbewusste konditionierung?
c-mas
Es ist wie stille Poesie.
Der Schmerz den man nicht fühlt, weil er schon zu lange da ist.
Eisregen an einem Dezembermorgen.
Tragetaschen mit bunten Logos.
Manchmal schauen die Leute.
Der Wind ist so wunderbar, warum?
Plastikweihnachtsbäume im grellen Lichte der Supermarktbeleuchtung.
Unzählbar viele Sterne, jeder für sich.
Ich sauge auf, atme ein, lass es fliessen.
Sie erwarten von mir…
Es richt nach Plätzchen, wenn man sich den Gestank der Masse wegdenkt.
Dicke Frauen in roten Schuhen.
Der Schmerz den man nicht fühlt, weil er schon zu lange da ist.
Eisregen an einem Dezembermorgen.
Tragetaschen mit bunten Logos.
Manchmal schauen die Leute.
Der Wind ist so wunderbar, warum?
Plastikweihnachtsbäume im grellen Lichte der Supermarktbeleuchtung.
Unzählbar viele Sterne, jeder für sich.
Ich sauge auf, atme ein, lass es fliessen.
Sie erwarten von mir…
Es richt nach Plätzchen, wenn man sich den Gestank der Masse wegdenkt.
Dicke Frauen in roten Schuhen.
18 Dezember 2009
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